Der erste Teil der so genannten Anusara Immersion in Berlin war großartig. Was klar wurde: So ein intensiver Workshop wird nicht nur getragen von seinen großartigen Lehrern, sondern von allen Teilnehmern, jeder einzelne von uns. Ich muss sagen, alle, die beim Workshop mitgemacht haben, waren sehr inspierend. Alle haben so mehr oder weniger ihre Geschichte mit der Gruppe geteilt, was natürlich mutig ist. Und mit dieser Geschichte geht man also auf die Matte, setzt sich mit sich selbst und seiner Umwelt auseinander, versucht,
dem Göttlichen näher zu kommen – dem Göttlichen in uns selbst. Keine leichte Aufgabe, wenn man sich im Nebel des Bewusstseins in seine Asanas begibt. Wir wissen alle nicht genau, wohin die Reise geht. Aber Yoga bzw. Anusara Yoga begleitet uns, erdet uns, richtet uns aus für das Universelle, das Gute, das Unerwartete. Grace!
Es war wirklich eine Freude zuzusehen, wie alle am letzten Wochenende über sich hinausgewachsen sind. Ich würde gerne jeden einzelnen Weg weiterverfolgen, bei allen befindet sich gerade was am Umbruch, viele stehen an einer Kreuzung, verlassen Berlin oder gar Deutschland.
Im Workshop stellte sich eine schöne Mischung aus Ernsthaftigkeit/Wahrhaftigkeit und Leichtigkeit in Form von Humor und Witz ein. Lalle und Vilas, die Lehrer, sind gerade deswegen glaubwürdig: Sie strahlen Zuversicht und Vertrauen ins Yoga aus, aber sie kommen nicht „heilig“ daher. Sie reden ganz offen über ihre Wehwehchen, über ihre anfänglichen Praxisprobleme, über kaputte Knie, die sie sich in anderen Yogaschulen geholt haben, sie sind „berührbar“. Und deswegen glaubwürdig. Würden sie sich in eine Aura der Unfehlbarkeit hüllen, wäre ich nicht bei Ihnen. Sie wirken sehr verspielt im Zusammenhang mit Yoga, es ist ihre ultimative Form von Freiheit. Genau dahin möchten sie uns andere hinführen. Aktiver Dienst am Nächsten nenne ich das.
Bin gespannt, was der nächste Teil der Immersion bringt. Ich bin immer noch sehr energetisiert von diesem Wochenende, so dass ich wirklich meine Praxis vertiefen will. Und wenn ich nur 20 Minuten am Tag dafür habe, es ist wie es ist, im Moment habe ich nicht mehr. Aber diese Zeit kann ich nutzen, 5 Sonnengrüße achtsam ausgeführt – super. Das passt schon.